Schäferhof, Agl Tanklager Kuhlberg

  • Objektname: Tanklager Schäferhof
  • Bezeichnung: Objekt Kuhlberg
  • Ortslage/LK: Schäferhof, LK Nienburg/Weser, NI
  • Nutzung:        1936 – heute
    •                    Wehrmacht (Luftwaffe) – 1936 – 1945
    •                    Britische Rheinarmee – 1945 – 1976
    •                    Bundeswehr – 1976 – 1995
    •                    IVG, zivile Nutzung – 1995 – 2007
    •                    Firma Best Oil GmbH – 2007 – heute
  • Aufgabe:         Veredelung von Kraft- und Schmierstoffen (bis 1945)
    •                    Lagerung von Kraftstoffen (ab 1945)
  • Ausrüstung:   Trennung der Anlage in Nord- und Südteil durch die Reichsstraße / B215
    •                    Fläche ca. 54 ha (Nordteil), ca. 31 ha (Südteil)
    •                    Tanks, Stahl, ca. 10 m x 50 m , Stärke 10 – 12 mm, ca.70 cm Stahlbeton
    •                    3 Behältergruppen mit ca. 7 Stahltanks zu je 3.300 m³ (Nordteil)
    •                    3 Behältergruppen mit ca. 7 kleineren Stahltanks  (Südteil)
    •                    Verladeanlage an der Weser durch eigene Anlegestelle
    •                    Verladeanlage am Bahnhof Schäferhof (Befüllungsanlage Kesselwagen)
    •                    Gleisanschluss Südteil ab etwa 1950 (Einsatz einer Werkslokomotive)
  • Ist-Zustand:  Die Firma „Best Oil GmbH“ lagert hier biogene Kraftstoffe
  • Recherchen:  2013
  • Fundstellen:  Relikte.com

Übersichtskarte

Kartenauszug OpenRailwayMap

Kartenauszug TK 1:25000 (Reichsamt für Landesvermessung 1945)

Kartenauszug Google Maps

Ab 1935 errichtete die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft mbH (Wifo) in Schäferhof (bei Nienburg) ein Tanklager, dass die Tarnbezeichnung Objekt Kuhlberg bekam. Das Objekt war ein Großtanklager, dass für den Bedarf der Luftwaffe betrieben wurde. Die Anlage  wurde 1938 fertiggestellt.

Das Tanklager Schäferhof grenzt unmittelbar an die Weser an. Am Ufer wurde eine Anlegestelle geschaffen, die 1983 wieder in Betrieb genommen werden sollte. Bis zum Bau einer Pumpanlage (rechts im Bild) wurden diese Pläne nicht vollendet.

640 - Schäferhof Tanklager 2Über eine entsprechende Umschlaganlage konnten dort Tankschiffe be- und entladen werden. Eine vorhandene Kaianlage mit Spundwänden und Verladeanlagen läßt sich heute nur noch erahnen. Einzig übriggeblieben ist eine Splitterschutzzelle für eingesetzte Luftraumbeobachter.

640 - Schäferhof-cropFür den Eisenbahntransport wurde am Bahnhof Schäferhof eine Verladeanlage für Kesselwagen gebaut. Das Verladegleis zog sich vom Bahnhofsgebäude auf etwa einen Kilometer entlang in Richtung Estorf. Auch hier wurde bei Verladearbeiten der Luftraum beobachtet. Als Fragment hiervon ist ebenfalls eine Splitterschutzzelle übrig.

Ab 1945 übernahm die britische Rheinarmee  das Tanklager Schäferhof für ihre Zwecke. Hier nutzte das 4. Petrol Depot des Royal Army Ordnance Corps (RAOC) die Anlage wieder als Treibstoffdepot zur Versorgung ihrer Einheiten in Niedersachsen.

640-Schäferhof Lokschuppen-cropIm Südteil entstand eine Kesselwagen-Verladeanlage, weshalb zusätzlich vom Bahnhof Schäferhof ein Anschlussgleis verlegt wurde. Da die Anlage militärisches Sperrgebiet war, erfolgte die Zustellung der Kesselwagen vom Bahnhof Schäferhof zum Tanklager durch eigenes Personal. Für die Werkslokomotive entstand südlich eine Fahrzeughalle.

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Lageplanauszug Bahnhof Schäferhof 1960

1976 übergaben die Briten die Liegenschaft an die Bundeswehr. Diese setzte die Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG) als Betreiber eines „Nationalen Tanklagers“ ein. Es wurde nur noch der Nordteil genutzt. Im Südteil blieb die Eisenbahn-Verladeanlage in Betrieb.

Verladeeinrichtung

Auf dem Gelände entstand eine Tankkesselwagen (TKW)-Verladeanlage, über die bis zu acht LKW gleichzeitig mit Kraftstoff befüllt werden konnten. 1983 ist die Eisenbahnkesselwagen-Verladeanlage im Südteil des Tanklagers grundlegend modernisiert worden. Danach konnten dort 12 Waggons gleichzeitig be- oder entladen werden. Es wurde auch wieder eine Kraftstoffleitung an die Weser zum alten Anleger gelegt. Allerdings ist dort eine komplette Verladeanlage nicht mehr errichtet worden.

Schäferhof Verladeanlage

Der Nordteil sowie die TKW-Verladeanlage im Südteil blieben zunächst unter dem Titel „IVG Logistik GmbH, Tanklager Nienburg“ in Betrieb. Schließlich wurde aber auch dafür verkündet, daß die Anlage aufgegeben werden sollte. Am 31. Dezember 2007 endete schließlich die Nutzung durch die IVG.

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